Ulrike Weigert

Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg

Was ist Gewaltfreie Kommunikation?

Die Gewaltfreie Kommunikation (GFK)  ermöglicht Menschen, so miteinander umzugehen, dass der Kommunikationsfluss zu mehr Vertrauen und Freude am Leben führt. GFK kann in diesem Sinne sowohl bei der Kommunikation im Alltag als auch bei der Konfliktlösung im persönlichen und beruflichen Bereich hilfreich sein. Im Vordergrund steht eine wertschätzende Beziehung im Zusammenleben und -Arbeiten. Manchmal werden auch die Bezeichnungen Einfühlsame Kommunikation, Verbindende Kommunikation, Sprache des Herzens oder Giraffensprache verwendet

Das Konzept der GFK kann in vielen Bereichen verwendet werden, so etwa in

  • Bildungseinrichtungen
  • Organisationen
  • Institutionen
  • Privaten Beziehungen
  • Therapie, Beratung, Coaching und
  • überall, wo Konflikte auftreten.

Die GFK steht in der Tradition der Klienten zentrierten Psychotherapie, nach Rogers. Bei Rogers steht das aktive Zuhören im Mittelpunkt, die GFK geht jedoch über den gesprächstherapeutischen Rahmen hinaus.

Empathie ist nach Rosenberg eine Grundvoraussetzung für gelungene Kommunikation. Er geht davon aus, dass die Form, in der Menschen miteinander kommunizieren, einen entscheidenden Einfluss darauf hat, ob sie Empathie für ihr Gegenüber entwickeln und ob sie ihre Bedürfnisse erfüllen können. Außerdem nimmt er an, dass Menschen unter freien Bedingungen die empathische Verbindung zum Mitmenschen suchen. Die GFK soll helfen, sich ehrlich und klar auszudrücken und empathisch zuzuhören.

Sie ist auf die Bedürfnisse und Gefühle gerichtet, die hinter Handlungen und Konflikten stehen. Sie ist weniger als Kommunikations-Technik zu betrachten, sondern mehr eine Bewusstwerdung über Möglichkeiten des empathischen Kontaktes.

Dabei ist es prinzipiell nicht nötig, dass beide Kommunikationspartner GFK anwenden – auch wenn es, gerade für Anfänger oder in privaten menschlichen Beziehungen, sehr hilfreich ist, wenn beide wissen, wie viel Potenzial in der einfühlsamen Verbindung steckt.

In der GFK ist die Empathie unter zwei Gesichtspunkten bedeutsam. Neben dem Einfühlen in eine andere Person ist auch die Selbstempathie wichtig, um Klarheit in einer Situation zu erhalten und damit zu ermöglichen, Strategien zu finden, die der Bedürfniserfüllung auf allen Seiten dienen.

Rosenberg nimmt an, dass jeder Mensch gern bereit sei, etwas für einen anderen Menschen zu tun, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind (z. B. die Anfrage als Bitte formuliert ist und nicht als Forderung). Dieses Menschenbild geht auf die der humanistischen Psychologie entlehnte Haltung zurück, in einer schädigenden Aktion eines Individuums nicht den Ausdruck des inneren Wesens zu sehen, sondern die „fehlgeleitete“ Strategie eines eigentlich lebensdienlichen Impulses. Rosenberg bezieht sich besonders auf Carl Rogers. So nennt Rosenberg jede Form von Gewalt einen tragischen Ausdruck eines unerfüllten Bedürfnisses.

Rosenberg nennt mehrere Auslöser, die zu Konflikten führen können

  • Statische Sprache: Rosenberg empfiehlt stattdessen eine prozessorientierte Sprache. Beobachtungen sollten „konkret bezogen auf die Zeit und den Handlungszusammenhang“ formuliert werden
  • Verknüpfung von objektiver Beobachtung mit subjektiver Bewertung: Er trete nicht dafür ein, objektiv zu bleiben, sondern objektiv prüfbare Beobachtungen und subjektive Bewertungen zu trennen. Er schließe sich damit J. Krishnamurti an, nach dem die Fähigkeit, ohne Bewertung zu beobachten, die höchste Form menschlicher Intelligenz sei.
  • Kritik anstatt Wünschen: „Und wenn Menschen etwas hören, das […] nach Kritik klingt, dann neigen sie dazu, ihre Energie in die Verteidigung oder in einen Gegenangriff zu stecken.“ Dadurch sinkt die Bereitschaft, auf eine Bitte empathisch einzugehen.

Rosenberg unterscheidet zwei Arten zwischenmenschlicher Kommunikation, die 

  • Gewaltfreie Kommunikation und die 
  • Lebensentfremdende Kommunikation.

Zur spielerischen Veranschaulichung wird in Vorträgen und Seminaren dies auch als „Giraffensprache“ und „Wolfssprache“ bezeichnet.

Unter lebensentfremdender Kommunikation versteht Rosenberg Formen der Kommunikation, die Verbindungen zwischen Menschen blockieren und zu psychischer und/oder physischer Gewalt beitragen können.

Lebensentfremdende Kommunikation sei gekennzeichnet durch folgende Eigenschaften:

  1. Das moralische Urteilen über den Kommunikationspartner. Dazu gehört das Zuschreiben von Eigenschaften an die Person (z. B. „gut/böse“, „gerecht/ungerecht“, „gesund/krank“), auch wenn es implizit als Vermischung von Beobachtung und Bewertung geschieht. Eine Form der impliziten Verurteilung können als Gefühle dargestellte Bewertungen sein, zum Beispiel „ich fühle mich provoziert“. Wichtig ist, dass in der GFK Bewertungen nicht abgelehnt werden (ein häufiges Missverständnis). Es wird vielmehr als hilfreich angesehen, Handlungen anderer zwar zu bewerten, aber mit Bezug auf die eigenen Gefühle und Bedürfnisse und nicht mit Bezug auf moralische Kategorien.
  2. Das Anstellen von Vergleichen: Dies ist nach Marshall Rosenberg eine weitere Form von Verurteilung.
  3. Das Leugnen der Verantwortung für eigene Gefühle und Handlungen, wie zum Beispiel in „Ich fühle mich so, weil du mich mies behandelst.“ Oder: „Ich musste das tun, der Chef hat’s angeordnet.“
  4. Das Stellen von Forderungen statt Bitten. Der Unterschied zwischen Bitte und Forderung liegt in der Konsequenz dessen, was passiert, wenn das Gegenüber das Ansinnen ablehnt. Im Falle einer Ablehnung erlaubt die Bitte beim Gegenüber eine flexible Suche nach anderen Möglichkeiten des Entgegenkommens. Bei einer Forderung hingegen drohen Sanktionen. Dies muss nicht immer in Form von offensichtlichen Strafen geschehen, möglich ist auch die Erzeugung von Angst oder Schuldgefühlen beim Gegenüber (z. B. durch Schweigen oder Vorwürfe).

Um das Problem nicht fortzusetzen, wäre der Anspruch aus der Gewaltfreien Kommunikation, einen Menschen, der sich „lebensentfremdender Kommunikation“ bedient, nicht moralisch zu verurteilen. Auch hinter dieser Form der Kommunikation stehen unerfüllte Bedürfnisse, deren Wahrnehmung allerdings schwieriger sein kann.

Die vier Schritte der GFK sind Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis, Bitte:

  1. Beobachtung bedeutet, eine konkrete Handlung (oder Unterlassung) zu beschreiben, ohne sie mit einer Bewertung oder Interpretation zu vermischen. Es geht hierbei darum, nicht zu bewerten, sondern die Bewertung von der Beobachtung zu trennen, so dass das Gegenüber Klarheit erhält, worauf man sich bezieht.
  2. Die Beobachtung löst ein Gefühl aus, das im Körper wahrnehmbar ist und mit mehreren oder einem …
  3. Bedürfnis in Verbindung steht. Damit sind allgemeine Qualitäten gemeint, die vermutlich jeder Mensch auf Erden gerne in seinem Leben hätte, wie zum Beispiel Sicherheit, Verständnis, Kontakt oder Sinn. Gefühle sind laut GFK eine Art Indikator bzw. Ausdruck dessen, ob ein Bedürfnis gerade erfüllt ist oder nicht. Für den einfühlsamen Kontakt sind Bedürfnisse sehr wichtig, da sie den Weg zu einer kreativen Lösung weisen, die für alle Beteiligten passt.
  4. Aus dem Bedürfnis geht schließlich eine Bitte um eine konkrete Handlung im Hier und Jetzt hervor. Um sie möglichst erfüllbar zu machen, lassen sich Bitten und Wünsche unterscheiden: Bitten beziehen sich auf Handlungen im Jetzt, Wünsche dagegen sind vager, beziehen sich auf Zustände („sei respektvoll“) oder auf Ereignisse in der Zukunft. Erstere sind leichter zu erfüllen, haben deshalb auch mehr Chancen auf Erfolg. Rosenberg schlägt außerdem vor, Bitten in einer „positiven Handlungssprache“ zu formulieren – d. h. zu sagen, was man will, statt was man nicht will. Man kann unterscheiden zwischen einer Handlungsbitte (beispielsweise darum, die Geschirrspülmaschine auszuräumen) und einer Beziehungsbitte (beispielsweise um eine Beschreibung der eigenen Empfindungen).

Gewaltfreie Kommunikation – wie hier beschrieben – „passt“ wunderbar zu meinen Aus- und Weiterbildungen: Gestaltpsychotherapie – Seelengespräche – Gesprächspsychotherapie und so freue ich mich, dass ich diese Wochenenden ab Dezember 2019 anbieten kann.

Termine sind einmal pro Monat (Samstag von 9.30 Uhr bis 18 Uhr und Sonntag von 9.30 Uhr bis 15 Uhr):

21./22.12.2019
01./02.02.2020
29.02./01.03.2020
21./22.03.2020
25./26.04.2020
23./24.05.2020
20./21.06.2020
18./19.07.2020
22./23.08.2020

Dozentin:

Ulrike Weigert
Heilpraktikerin für Psychotherapie
Gestalttherapeutin

Kosten pro Wochenende 216 Euro

Ausbildungsort:

Die Ausbildung findet statt in einem sehr angenehmen und freundlichen Seminarraum in Salching, Eichenweg 16

Es stehen Getränke / Tee / kleine Snacks und Obst zur Verfügung.

Ich freue mich über Ihr Interesse bzw. Ihre Kontaktaufnahme

Ihre Ulrike Weigert

 

Dieses Seminar ist bereits mit der max. Teilnehmer-/innen-Zahl ausgebucht. Bisher sind keine weiteren Termine geplant. Herzlichen Dank für Ihr Interesse.